NO STAFF = NO 24/7 – KIEL-CANAL BRAUCHT PERSONAL

Auf einen Blick:

  • Der Kanal braucht mehr als Beton: Leistungsfähigkeit entsteht erst, wenn ausreichend Personal einen verlässlichen 24/7-Schleusenbetrieb sicherstellt.
  • Personalmangel ist bereits Realität: Personell bedingte Einschränkungen gab es bereits 2025. Im Jahr 2026 kam es wiederholt und über mehrere Schichten hinweg zu Einschränkungen und Verzögerungen durch Personalausfälle.
  • Unzuverlässigkeit kostet Verkehr: Wenn Transitzeiten, Wartezeiten oder Kosten nicht planbar sind, können Reedereien und Ladung auf andere Routen oder Häfen ausweichen.
  • Die fünfte Schleusenkammer braucht Personal: Zusätzliche Infrastruktur schafft nur dann planbare Kapazität, wenn sie auch dauerhaft betrieben werden kann.
  • Personalreduzierung am NOK sofort stoppen: In den betriebsrelevanten Bereichen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Nord-Ostsee-Kanal darf kein weiteres Personal abgebaut werden.
  • Die Reihenfolge muss stimmen: Erst verfügbar, dann effizient, dann digital.

 Warum jetzt gehandelt werden muss

Eine Infrastruktur ist nicht schon dann leistungsfähig, wenn eine Baumaßnahme abgeschlossen ist. Sie ist es erst, wenn sie zuverlässig, planbar und rund um die Uhr betrieben werden kann. Für den Nord-Ostsee-Kanal bedeutet das: Schleusen, Technik und Wasserstraße allein reichen nicht aus. Es braucht ebenso die Menschen, die diese Infrastruktur täglich verfügbar halten.

Gerade deshalb sieht die Initiative Kiel-Canal die fortgesetzte Personalreduzierung mit großer Sorge. Bereits 2025 waren personell bedingte Einschränkungen dokumentiert. 2026 kam es erneut an mehreren Tagen und Schichten zu Einschränkungen und Verzögerungen aufgrund von Personalausfällen – unter anderem in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau.

Für die Schifffahrt geht es dabei um weit mehr als die zeitweise Nichtverfügbarkeit einer einzelnen Schleuse. Entscheidend ist die Planbarkeit der gesamten Logistikkette: Transitzeit, Wartezeit, Kosten und Zuverlässigkeit. Wird ein Teil dieser Kette dauerhaft unplanbar, ineffizient oder zu teuer, kann sich die Ladung einen anderen Weg suchen.

Dass die Verkehrszahlen trotz des erheblichen Distanzvorteils des NOK und zeitweise stark gestiegener Treibstoffkosten weiterhin schwach bleiben, ist deshalb ein Warnsignal. Im ersten Halbjahr 2026 nutzten rund 11.120 Schiffe den Kanal und damit weniger als im Vorjahreszeitraum – obwohl die gestiegenen Treibstoffpreise zeitweise zusätzliche Verkehre auf die kürzere Route gebracht hatten.

Mit der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel kommt zusätzliche Infrastruktur hinzu. Doch zusätzliche Infrastruktur schafft nur dann planbare Kapazität, wenn auch ausreichend qualifiziertes Personal vorhanden ist, um sie gemeinsam mit den bestehenden Anlagen verlässlich im 24/7-Betrieb zu nutzen.

Ein verlässlicher Nord-Ostsee-Kanal ist zugleich ein Wettbewerbsfaktor für die norddeutschen Seehäfen. Gerade Hamburg braucht für seine Gateway-Funktion planbare und leistungsfähige Verbindungen in den Ostseeraum. Die Initiative Kiel-Canal fordert deshalb, die Personalreduzierung in den betriebsrelevanten Bereichen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Nord-Ostsee-Kanal sofort zu stoppen und die personellen Voraussetzungen für einen dauerhaft leistungsfähigen Kanalbetrieb zu schaffen.

Milliarden in Beton allein schaffen noch keine leistungsfähige Infrastruktur. Erst Verfügbarkeit schafft Zuverlässigkeit – und Zuverlässigkeit hält die Schifffahrt auf dem Kanal.

NO STAFF = NO 24/7.
KIEL-CANAL BRAUCHT PERSONAL.