Nach fünf Jahren Bauzeit ist der erste von insgesamt vier Bauabschnitten der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals abgeschlossen. Sechs weitere Großprojekte werden derzeit umgesetzt und geplant.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat am Montagnachmittag den ersten Ausbauabschnitt der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals eröffnet – zusammen mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Anke Leue, Präsidentin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Nach rund fünf Jahren Bauzeit ist die etwa vier Kilometer lange Strecke fertiggestellt worden. Etwa 130 Millionen Euro hat die Baumaßnahme zwischen Großkönigsförde und Schinkel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) nach Angaben des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) gekostet. Das sind rund zehn Millionen Euro mehr als veranschlagt.
Verkehrsminister Schnieder sagte bei der Eröffnung: „Der Ausbau der Oststrecke ist dringend nötig“. Er betonte, dass der Nord-Ostsee-Kanal für Deutschland enorm wichtig sei – und bezeichnete ihn als eine der wichtigsten Verkehrsadern Europas. Schließlich werden auf ihm jährlich mehr als 75 Millionen Tonnen Ladung transportiert. Der Bund gibt laut Schnieder jährlich für den gesamten Nord-Ostsee-Kanal mehr als 200 Millionen Euro für Ersatz- und Neubaumaßnahmen aus. Dieses Geld ist laut Schnieder gut investiert: „Was wir heute investieren, macht ihn für morgen leistungsfähig für Wirtschaft, für Sicherheit und Klimaschutz.“
Auch Günther betonte: „jeder investierte Euro in seine Infrastruktur ist eine Investition in Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und in die maritime Zukunft unseres Landes – und auch in unsere Sicherheit und Resilienz, denn auch die Marine nutzt den Kanal für Bewegungen zwischen Nord- und Ostsee“. Als meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt verkürze er Wege, spare Zeit und Treibstoff. Zahlreiche Unternehmen, Werften, Zulieferbetriebe und Dienstleister profitierten von ihm. Bei der Eröffnung sprach Günther daher von einem „wichtigen Meilenstein für die maritime Wirtschaft“. Er wies aber darauf hin, dass der Bund weiter finanzielle Mittel zum Ausbau zur Verfügung stellen müsse.
Auch die Initiative Kiel-Canal, die sich nach eigenen Angaben für den Erhalt und die Zukunft des Nord-Ostsee-Kanals einsetzt, befürwortet vor allem die Oststreckenerweiterung. Der Vorsitzende des Vereins, Jens B. Knudsen, spricht von einem entscheidenden Zukunftsprojekt, das nach der kompletten Fertigstellung zu einer spürbaren Kapazitätssteigerung führen werde. So können laut dem Vorsitzenden durch den NOK größere Schiffe fahren und mehr Ladung transportiert werden. Er kritisiert vor allem Tempo und Planungssicherheit bei der Ostreckenerweiterung.
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Quelle: NDR vom 10.11.2025 (https://www.ndr.de)