Nord-Ostsee-Kanal in der Krise: Zahl der Schiffspassagen bricht ein

Schleusensperrungen, Tempolimit und Ukraine-Krieg zeigen Wirkung – Wirtschaft fordert weiteren Ausbau

Rückschlag für den Nord-Ostsee-Kanal: Die Zahl der Schiffspassagen ist im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent eingebrochen. Bis zum 31. Dezember wurden in den Schleusen nur noch 22.300 Schiffe gezählt – ein Negativ-Rekord. Zum Vergleich: 2021 waren es noch rund 27.300 Schiffe.

Bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) läuft derzeit noch die Auswertung der Zahlen. Die Mengen an beförderter Ladung sowie die Schiffsgrößenauswertung liegen noch nicht vor. Sie sollen laut Behörde demnächst präsentiert werden. Was aber bekannt ist, sind die reinen Schiffszahlen.

Nach KN-Informationen haben vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025 rund 2500 Schiffe weniger den Kanal passiert als 2024. Ursache sind neben den wirtschaftlichen Einflüssen im Ostseeraum vor allen die langen Sperrzeiten bei den Schleusen in Brunsbüttel. Von Anfang Mai bis Ende Juli war in Brunsbüttel nur eine große Schleusenkammer für die größeren Schiffe in Betrieb.

„Das war ein schweres Jahr für den Nord-Ostsee-Kanal“, sagt Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel Canal, einem Interessenverband. Zu den Hauptproblemen gehöre inzwischen auch die Kostenspirale bei den Abgaben. „Durch die auf zwölf km/h reduzierte Geschwindigkeit verlängert sich die Kanalpassage und wird damit auch teurer”, sagt Knudsen. Das Tempolimit war im Juli 2023 für alle Schiffe verhängt worden, da es an einigen Böschungen unter der Wasserlinie Schäden gab.

Wenn alle Schleusen in Betrieb sind, geht es noch. „Wenn dann aber auch noch lange Wartezeiten wegen fehlender Verfügbarkeit von Schleusen und Schleppern dazukommen, kann man den Reedern die Vorteile des Nord-Ostsee-Kanals nur schwer vermitteln“, sagt Knudsen, der auch Geschäftsführer der Schiffsmaklerei Sartori & Berger ist.

Mit Blick auf die nächste Sperrphase für die Erneuerung von Schienen in der großen Südschleuse in Brunsbüttel will sich Knudsen für eine Verlegung der Arbeiten ins nächste Jahr einsetzen. „2027 ist dann die fünfte Schleusenkammer in Betrieb. Da lässt sich so eine Reparatur leichter verkraften.”

Zusätzlich belastet wird der Ostseeverkehr durch den Krieg in der Ukraine. Vor den 2022 verhängten Sanktionen waren laut Statistik pro Jahr noch mehr als 2700 Schiffe mit Bezug zu Russland im Kanal. Sie fallen jetzt als Kanal-Kunden weitgehend aus.

Positiv entwickelt sich hingegen die Zahl der Transporte von Schwergütern für den Bau von Windparks und Industrieanlagen. Inzwischen kommen viele Bauteile aus Indien, Vietnam oder China. Wegen der schnellen und sicheren Abkürzung wählen diese Frachter statt des Skagerraks den Kanal.

Negativ wirkt sich hingegen der seit August um fast 70 Dollar pro Tonne gesunkene Preis für schwefelarmen Schiffstreibstoff aus. In Rotterdam kostet die Tonne inzwischen nur noch 428 US-Dollar. „Die niedrigen Bunkerkosten erschweren die Lage natürlich für uns am Kanal”, sagt Knudsen.

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Kanals zu verbessern, ist aus Sicht der Wirtschaft auch eine Fortsetzung des Ausbaus der Oststrecke wichtig. Im November war der erste von drei Bauabschnitten bei Schinkel freigegeben worden. „Hier muss nun auch zügig weitergebaut werden“, sagt Knudsen. Aktuell ist für 2026 der Ausbau nicht mehr unter den Großprojekten zu finden.

Quellenangabe: Holsteiner Zeitung vom 26.01.2026, Seite 1

Nord-Ostsee-Kanal: Erster Bauabschnitt ist eröffnet

Nach fünf Jahren Bauzeit ist der erste von insgesamt vier Bauabschnitten der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals abgeschlossen. Sechs weitere Großprojekte werden derzeit umgesetzt und geplant.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat am Montagnachmittag den ersten Ausbauabschnitt der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals eröffnet – zusammen mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Anke Leue, Präsidentin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. Nach rund fünf Jahren Bauzeit ist die etwa vier Kilometer lange Strecke fertiggestellt worden. Etwa 130 Millionen Euro hat die Baumaßnahme zwischen Großkönigsförde und Schinkel (Kreis Rendsburg-Eckernförde) nach Angaben des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) gekostet. Das sind rund zehn Millionen Euro mehr als veranschlagt.

Schnieder und Günther: NOK ist wichtig für Deutschland

Verkehrsminister Schnieder sagte bei der Eröffnung: „Der Ausbau der Oststrecke ist dringend nötig“. Er betonte, dass der Nord-Ostsee-Kanal für Deutschland enorm wichtig sei – und bezeichnete ihn als eine der wichtigsten Verkehrsadern Europas. Schließlich werden auf ihm jährlich mehr als 75 Millionen Tonnen Ladung transportiert. Der Bund gibt laut Schnieder jährlich für den gesamten Nord-Ostsee-Kanal mehr als 200 Millionen Euro für Ersatz- und Neubaumaßnahmen aus. Dieses Geld ist laut Schnieder gut investiert: „Was wir heute investieren, macht ihn für morgen leistungsfähig für Wirtschaft, für Sicherheit und Klimaschutz.“

Auch Günther betonte: „jeder investierte Euro in seine Infrastruktur ist eine Investition in Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und in die maritime Zukunft unseres Landes – und auch in unsere Sicherheit und Resilienz, denn auch die Marine nutzt den Kanal für Bewegungen zwischen Nord- und Ostsee“. Als meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt verkürze er Wege, spare Zeit und Treibstoff. Zahlreiche Unternehmen, Werften, Zulieferbetriebe und Dienstleister profitierten von ihm. Bei der Eröffnung sprach Günther daher von einem „wichtigen Meilenstein für die maritime Wirtschaft“. Er wies aber darauf hin, dass der Bund weiter finanzielle Mittel zum Ausbau zur Verfügung stellen müsse.

Oststreckenausbau am NOK: entscheidendes Zukunftsprojekt

Auch die Initiative Kiel-Canal, die sich nach eigenen Angaben für den Erhalt und die Zukunft des Nord-Ostsee-Kanals einsetzt, befürwortet vor allem die Oststreckenerweiterung. Der Vorsitzende des Vereins, Jens B. Knudsen, spricht von einem entscheidenden Zukunftsprojekt, das nach der kompletten Fertigstellung zu einer spürbaren Kapazitätssteigerung führen werde. So können laut dem Vorsitzenden durch den NOK größere Schiffe fahren und mehr Ladung transportiert werden. Er kritisiert vor allem Tempo und Planungssicherheit bei der Ostreckenerweiterung.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel von NDR.
Quelle: NDR vom 10.11.2025 (https://www.ndr.de)

NOK: Schiffe haben es einfacher

Nach rund fünf Jahren Bauzeit wurde nun der erste Bauabschnitt an der Oststrecke offiziell freigegeben und von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und der neuen Präsidentin der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) Anke Leue eröffnet.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel aus dem THB.
(Hier geht es zur Fortsetzung auf Seite 2.)

Quelle: Täglicher Hafenbericht Nr. 216 vom 12.11.2025 (www.thb.info)

Ohne Investitionen verliert der NOK seine Wettbewerbsfähigkeit

Jens B. Knudsen spricht im HANSA-Interview als Vorsitzender der Initiative Kiel Canal über die Bedeutung des Nord-Ostsee-Kanals für Wirtschaft und Schifffahrt, Herausforderungen im Hafen- und Agenturgeschäft sowie die Perspektiven für den maritimen Standort Deutschland.

Hier können Sie den gesamten Artikel lesen.

Quelle: HANSA – International Maritime Journal, Ausgabe 10/2025

Sturmwarnung: Stresstest für Kreuzfahrer, Schlepper und Segler

Der aufziehende Sturm sorgt für Arbeit bei Schleppern am Kanal und an den Kranplätzen der Yachthäfen. Am Donnerstag wurden noch schnell die letzten Yachten aus dem Wasser geholt. Kreuzfahrtpassagiere müssen sich derweil in Hamburg wieder auf Änderungen einstellen.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 23.10.2025
Autor und Foto: Frank Behling

Hier können Sie den vollständigen Artikel lesen.

Nord-Ostsee-Kanal: Ladungsmengen weiterhin rückläufig

Das transportierte Aufkommen ist das vierte Jahr in Folge gesunken. Eine Vielzahl von Baustellen, eine begrenzte Geschwindigkeit für Schiffe sowie steigende Kosten machen die Passage laut Initiative Kiel-Canal zunehmend unattraktiv. Die Interessenvertretung hat daher klare Forderungen an die Politik.

Den vollständigen Artikel können Sie kostenlos bei der DVZ lesen: https://www.dvz.de/unternehmen/see/detail/news/nord-ostsee-kanal-verliert-weiterhin-ladung.html

Nichts geht mehr – Warnstreik legt NOK lahm

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft ver.di die Mitarbeitenden in den Schleusenkammern des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) in Brunsbüttel und Kiel zum Warnstreik aufgerufen. Dies führt dazu, dass derzeit keine Schiffe auf dieser stark frequentierten Wasserstraße verkehren. Der Streik soll Druck auf den Bund ausüben, da ihm durch den Stillstand Kanalgebühren entgehen. Die Gewerkschaft erwartet einen signifikanten Einnahmeverlust, während die genaue Summe schwer abzuschätzen ist. Jens Knudsen von der Initiative Kiel-Canal kritisiert den Streik, da er die Attraktivität des Kanals gefährde und zu längeren, umweltschädlicheren Routen für die Schiffe führe, was auch höhere Kosten für die Reedereien zur Folge habe.

Quelle: NDR (Schleswig-Holstein Magazin) vom 11.03.2025
von Hannah Böhme
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Weniger Schiffe: 2024 eines der schlechtesten Jahre in der Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland spiegelt sich auch in den Zahlen der Schiffspassagen auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) wider. Im vergangenen Jahr wurde bei den Transitpassagen erstmals die Marke von 25.000 nicht mehr erreicht. Es gibt aber einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Die Auswertung der Jahresbilanz für den Nord-Ostsee-Kanal bereitet der Kanalbehörde in diesem Jahr erneut keinen Spaß. Nach Informationen der Kieler Nachrichten sind erstmals seit 1945 sogar weniger als 25.000 Schiffe durch den Kanal gefahren.

Bei der zuständigen Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) dauert die Auswertung in diesem Jahr besonders lange. In den vergangenen Jahren wurden die Zahlen meist Mitte Januar oder Anfang Februar der Öffentlichkeit präsentiert. In diesem Jahr wird es wohl erst Ende Februar so weit sein.

Fest steht aber schon der Trend. „Es gab einen spürbaren Rückgang bei den Passagen im Kanal“, sagt Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel Canal, die als Lobbyverband für den Kanal wirbt. Die Schiffsmakler Sartori & Berger sowie UCA United Canal Agency verzeichneten einen Rückgang von bis zu zehn Prozent bei den Schiffspassagen.

Tempolimit bremst die Schifffahrt aus

Auch wenn 2024 als eines der schlechtesten Jahre in die Geschichte der Wasserstraße eingehen könnte, gibt es einen Lichtblick. „Wenn der Ausbau des Kanals wie geplant beendet wird und die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben werden kann, dann werden wir auch wieder attraktiver für die Reeder“, sagt Jens-Broder Knudsen.

Seit dem 1. Juli 2023 gilt auf dem Kanal wegen der Bauarbeiten für alle Schiffe eine Temporeduzierung von 15 auf 12 km/h. Damit sollen die ausgewaschenen Böschungen entlang des Kanals geschont werden. Die Arbeiten zur Reparatur der beschädigten Bereiche gehen aber voran.

Gleichzeitig droht aber ab Mai wieder eine dreimonatige Sperrung einer Schleusenkammer in Brunsbüttel, wo Schienen für die Torunterwagen eines Schiebetores erneuert werden müssen. „Diese Sperrungen machen es nicht leichter. Die Baumaßnahme ist aber sehr wichtig“, sagt Knudsen.

Die Reaktion der Reeder erfolgt prompt. „Da wird dann wieder verstärkt der Weg um Skagen genommen“, sagt Knudsen, der auch Geschäftsführer der Firma Sartori & Berger ist.

Zahl der Schiffspassagen auf dem Nord-Ostsee-Kanal sinkt seit zehn Jahren

Seit mehr als zehn Jahren sinkt die Schiffszahl am NOK. 2014 waren es noch 32.600 Schiffe. „Das Problem ist auch, dass das Mittelschiff immer kleiner wird“, sagt Knudsen. Aus diesem Schiff berechnen sich die Lotsgelder für die rund 300 Kanallotsen.

„Das bekommen wir sehr deutlich zu spüren. Auch die Zahlen für den Januar haben bislang keine Trendwende erkennen lassen“, sagt David-Christopher Müller, zweiter Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOKII aus Kiel. Licht am Ende des Tunnels gibt es dennoch. „Wenn die Kanalpassage wieder planbar wird, dann sieht es anders aus. Die Unplanbarkeit ist einer der Hauptgründe, das hören wir auf den Schiffen immer wieder“, sagt Müller.

„Die Verlässlichkeit spielt eine große Rolle bei der Entscheidung für den Kanal“, sagt auch Jan Klein von der Schiffsmaklerei UCA United Canal Agency.

Mit Spannung wird derweil auf die Präsentation aller Verkehrsdaten des Kanals gewartet. Neben der Schiffszahl sind auch die beförderten Ladungsmengen und die Schiffsgröße wichtige Parameter. Es scheint aber auch hier erneut starke Rückgänge zu geben. Die Verkehrsstatistik ist noch in der Analyse bei der GDWS.

Quaelle: Kieler Nachrichten vom 15.02.2025
von Frank Behling
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Historisch schlechte Zahlen für den Nord-Ostsee-Kanal

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland spiegelt sich auch in den Zahlen der Schiffspassagen auf dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) wider. Im vergangenen Jahr wurde bei den Transitpassagen erstmals die Marke von 25.000 nicht mehr erreicht. Es gibt aber einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Die Auswertung der Jahresbilanz für den Nord-Ostsee-Kanal bereitet der Kanalbehörde in diesem Jahr erneut keinen Spaß. Nach Informationen der Kieler Nachrichten sind erstmals seit 1945 sogar weniger als 25.000 Schiffe durch den Kanal gefahren.

Bei der zuständigen Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) dauert die Auswertung in diesem Jahr besonders lange. In den vergangenen Jahren wurden die Zahlen meist Mitte Januar oder Anfang Februar der Öffentlichkeit präsentiert. In diesem Jahr wird es wohl erst Ende Februar so weit sein.

Fest steht aber schon der Trend. „Es gab einen spürbaren Rückgang bei den Passagen im Kanal“, sagt Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel Canal, die als Lobbyverband für den Kanal wirbt. Die Schiffsmakler Sartori & Berger sowie UCA United Canal Agency verzeichneten einen Rückgang von bis zu zehn Prozent bei den Schiffspassagen.

Tempolimit bremst die Schifffahrt aus

Auch wenn 2024 als eines der schlechtesten Jahre in die Geschichte der Wasserstraße eingehen könnte, gibt es einen Lichtblick. „Wenn der Ausbau des Kanals wie geplant beendet wird und die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben werden kann, dann werden wir auch wieder attraktiver für die Reeder“, sagt Jens-Broder Knudsen.

Seit dem 1. Juli 2023 gilt auf dem Kanal wegen der Bauarbeiten für alle Schiffe eine Temporeduzierung von 15 auf 12 km/h. Damit sollen die ausgewaschenen Böschungen entlang des Kanals geschont werden. Die Arbeiten zur Reparatur der beschädigten Bereiche gehen aber voran.

Gleichzeitig droht aber ab Mai wieder eine dreimonatige Sperrung einer Schleusenkammer in Brunsbüttel, wo Schienen für die Torunterwagen eines Schiebetores erneuert werden müssen. „Diese Sperrungen machen es nicht leichter. Die Baumaßnahme ist aber sehr wichtig“, sagt Knudsen.

Die Reaktion der Reeder erfolgt prompt. „Da wird dann wieder verstärkt der Weg um Skagen genommen“, sagt Knudsen, der auch Geschäftsführer der Firma Sartori & Berger ist.

Zahl der Schiffspassagen auf dem Nord-Ostsee-Kanal sinkt seit zehn Jahren

Seit mehr als zehn Jahren sinkt die Schiffszahl am NOK. 2014 waren es noch 32.600 Schiffe. „Das Problem ist auch, dass das Mittelschiff immer kleiner wird“, sagt Knudsen. Aus diesem Schiff berechnen sich die Lotsgelder für die rund 300 Kanallotsen.

„Das bekommen wir sehr deutlich zu spüren. Auch die Zahlen für den Januar haben bislang keine Trendwende erkennen lassen“, sagt David-Christopher Müller, zweiter Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOKII aus Kiel. Licht am Ende des Tunnels gibt es dennoch. „Wenn die Kanalpassage wieder planbar wird, dann sieht es anders aus. Die Unplanbarkeit ist einer der Hauptgründe, das hören wir auf den Schiffen immer wieder“, sagt Müller.

„Die Verlässlichkeit spielt eine große Rolle bei der Entscheidung für den Kanal“, sagt auch Jan Klein von der Schiffsmaklerei UCA United Canal Agency.

Mit Spannung wird derweil auf die Präsentation aller Verkehrsdaten des Kanals gewartet. Neben der Schiffszahl sind auch die beförderten Ladungsmengen und die Schiffsgröße wichtige Parameter. Es scheint aber auch hier erneut starke Rückgänge zu geben. Die Verkehrsstatistik ist noch in der Analyse bei der GDWS.

Quaelle: Kieler Nachrichten vom 15.02.2025
von Frank Behling
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Streik legt Nord-Ostsee-Kanal lahm: Die Folgen sind gravierend

Der Nord-Ostsee-Kanal gehört für drei Tage den Anglern und Sportbooten. Seit Montagabend werden keine Schiffe in die meistbefahrene künstliche Seewasserstraße eingeschleust. Der volkswirtschaftliche Schaden geht in die Millionen.

Die Gewerkschaft Verdi hat den Nord-Ostsee-Kanal lahmgelegt und will damit Druck auf die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst ausüben. Seit Montagabend hat kein Schiff mehr in Brunsbüttel oder Holtenau in den Kanal eingeschleust.

Die Ruhe auf dem Nord-Ostsee-Kanal bedeutet für Lotsen, Kanalsteurer und Schiffsmakler heftige Verdienstausfälle. Der volkswirtschaftliche Schaden des Warnstreiks ist weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus enorm. Jeder Tag, an dem der Nord-Ostsee-Kanal gesperrt ist, schlägt mit einen „Wohlstandsverlust“ von über 1,5 Millionen Euro in Deutschland zu Buche. Diesen Wert hatte ein Gutachten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) 2021 ergeben.

Lotsen und Kanalsteurer ohne Geld

„Der Streik trifft uns sehr schwer. Die Kollegen sitzen rum und warten auf Donnerstag“, sagt Klaus Peter Molter, Vorsitzender des Vereins der Kanalsteurer. Die 125 Mitglieder steuern große Schiffe durch den Kanal. Sie müssen ausharren bis zum Ende des Warnstreiks, genauso wie die rund 300 Kanallotsen der beiden Brüderschaften NOK I und II in Brunsbüttel und Kiel sowie die Mitarbeiter der Schiffsausrüster und Schiffsmakler. Mehr als 3000 Arbeitsplätze hängen am Kanal.

„Die Kunden sind wenig begeistert. Es betrifft 70 bis 80 Schiffe pro Tag, die jetzt um Skagen fahren“, sagt Jan Klein, Geschäftsführer der Maklerei UCA United Canal Agency. Neben dem Ausfall an Einnahmen gibt er noch einen anderen Aspekt zu bedenken. „Wenn der Kanal gesperrt ist, bedeutet das auch mehr Ausstoß an klimaschädlichem CO2. Die 70 bis 80 Schiffe bleiben ja nicht liegen und warten. Sie fahren jetzt mit hohem Tempo um Skagen und versuchen so die Fahrpläne einzuhalten“, sagt Klein.

Ein Beispiel dafür ist die Reederei Maersk Line aus Kopenhagen. Ihr Containerschiff „Laura Maersk“ passierte am Montagnachmittag als eines der letzten auf der Reise von Bremerhaven nach Fredericia den Kanal. Die Rückfahrt nach Bremerhaven entfällt, da das Schiff dann von Göteborg über Skagen fährt.

Weniger Beamte ermöglichen Streiks

„Die Streikbereitschaft bei den Mitgliedern ist sehr hoch“, sagt Frank Schischefsky von der Gewerkschaft Verdi. Verdi hat mit einer Handvoll Mitgliedern den Kanal lahmlegen können. Da viele Stellen in den systemrelevanten Bereichen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal heute mit Angestellten statt Beamten besetzt sind, sitzt Verdi hier am längeren Hebel.

So auch in der Verkehrszentrale in Brunsbüttel, dessen Nautiker den Kanal überwachen. In den früheren Jahren waren die Streikaufrufe hier nicht selten ins Leere gelaufen, da fast alle Posten mit Beamten besetzt waren.

Gewerkschaftsmann Schischefsky fordert auch die Verdi-Mitglieder bei Maklern und Kanalsteurern zum Solidaritätsstreik auf, damit auch sie Streikgeld bekommen können. „Das hat bestimmt auch der eine oder andere Kollege gemacht. Das Streikgeld füllt aber nicht halbwegs die Ausfälle auf, die wir beim normalen Betrieb hätten“, sagt Kanalsteurer Molter.

„Der Streik schädigt außerdem das Image des Nord-Ostsee-Kanals in dieser schweren Zeit noch weiter“, kritisiert Jens-Broder Knudsen von der Initiative Kiel Canal.

Marine mit Vollgas durch den Kanal

Zu den letzten Schiffen im Kanal gehörte in der Nacht zum Dienstag die Marine. Die durch einen Sabotageversuch bekannt gewordene Korvette „Emden“ hatte am Montag die Hamburger Werft extra früher verlassen. Kurz nach 20 Uhr schleuste sie als vorletztes Schiff in Brunsbüttel ein.

Ganz leer ist der Kanal aber dennoch nicht. In Kiel und auf dem Ostende fahren weiterhin die Baggerschiffe. Die Ausbauarbeiten gehen weiter. „Für den Verkehr dieser Schiffe brauchen wir keine Verkehrslenkung“, sagt Jörg Brockmann, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 11.03.2025
Frank Behling
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Der Streik schädigt das Image des Nord-Ostsee-Kanals in dieser schweren Zeit noch weiter!

Die Streikaktionen von Verdi gehen weiter. Nächste Woche soll auch wieder der Nord-Ostsee-Kanal bestreikt werden. Am Freitag wurden die Reedereien informiert, dass drei Tage lang keine Schiffe den Kanal passieren können.

Die Gewerkschaft Verdi erhöht den Druck. Von Dienstagmorgen bis Donnerstagabend soll der Nord-Ostsee-Kanal bestreikt werden. Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal zum Ausstand aufgerufen.

Die Reedereien und Kapitäne der Schiffe, die in der nächsten Woche den Nord-Ostsee-Kanal passieren wollen, bekamen bereits am Freitag die Warnung von ihren Agenturen. „Erst dachte ich an einen schlechten Scherz. Ich weiß nicht, wie ich das den Kunden erklären soll. Der Streik trifft den Kanal fast vier Tage“, sagt Jens Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel Kanal.

Bereits am Freitagmorgen hatte die Nachricht von dem geplanten Streik im „Schleusenfunk“ in Kiel die Runde gemacht. Danach sollen bereits ab Montagabend, 20 Uhr, keine Schiffe mehr in den Kanal gelassen werden. Da die Behörde mit einem Streikbeginn zur Frühschicht am Dienstag rechnet, sollen so alle Schiffe die Möglichkeit zum Ausschleusen haben. Der Streik soll bis Donnerstagabend gehen. Erst danach soll es wieder einen geregelten Schleusenbetrieb geben.

Die erhoffte Wirkung soll durch das gezielte Bestreiken der Verkehrszentrale auf der Mittelinsel der großen Schleusen in Brunsbüttel erreicht werden. Von dort aus wird der gesamte Schiffsverkehr im Kanal überwacht und gelenkt. Die Rolle der Nautiker dort ist vergleichbar mit der von Fluglotsen. Fallen dort auch nur zwei bis drei Angestellte aus, geht im Nord-Ostsee-Kanal nichts mehr.

Durch die Besetzung der Schlüsselfunktionen mit Beamten ließen sich die Streiks umgehen, und der Kanal könnte geöffnet bleiben. „Der Kanal ist Teil der kritischen Infrastruktur“, sagt Knudsen.

Streik trifft Nord-Ostsee-Kanal mitten in seiner größten Krise

Der Streik trifft den Nord-Ostsee-Kanal mitten in seiner größten Krise. Die Verkehrszahlen sind seit Sommer vorigen Jahres im Sinkflug. Das erste Quartal 2025 könnte durch den Arbeitskampf einen erneuten Einbruch bringen.

Die Bilanz der Verkehrszahlen für 2024 wurde bislang von der zuständigen Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt noch nicht veröffentlicht.

Die Reduzierung der Geschwindigkeit für Schiffe von 15 auf 12 Kilometer pro Stunde, die Baustellen und die ab Mai anstehende Sperrung einer Schleusenkammer in Brunsbüttel schmälern die Attraktivität der Wasserstraße zusätzlich. „Das alles führt zu enormen Kostensteigerungen für die Schifffahrt“, sagt Schiffsmakler Knudsen.

Rendsburg und Brunsbüttel auch betroffen

„Wir müssen aufpassen, dass es nicht irgendwann der Sargnagel für den Kanal ist. Wenn keine Schiffe mehr kommen, ist auch niemandem geholfen“, so Knudsen. Erst am Donnerstag war der Nord-Ostsee-Kanal Thema beim traditionellen Reis-und-Curry-Essen der Lotsen und des Nautischen Vereins zu Kiel. „Die Stimmung unter den Lotsen ist nicht sehr gut“, sagte der neue Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK II, Markus Böhm.

Der Streik trifft aber auch die Häfen Rendsburg und Brunsbüttel. „Gerade in Brunsbüttel werden damit ganze Industriebereiche lahmgelegt. Ich sehe hier bald Verhältnisse wie in Frankreich“, sagt Knudsen.

Für die Gewerkschaft ist der Nord-Ostsee-Kanal ein sehr wichtiges und weitreichendes Druckmittel. Die Zubringerlinien (Feeder) der Containerreedereien verlieren bei der Fahrt zu den großen Häfen Hamburg und Bremerhaven mehrere Tage. Das bringt die Fahrpläne der großen Linien durcheinander und sorgt in den Lieferketten für zusätzliche Kosten.

Der Binnen- und der Nordhafen in Kiel sollen von dem Streik nicht betroffen sein, da die Schleusen in Holtenau weiter besetzt bleiben und nicht auf die Verkehrszentrale in Brunsbüttel angewiesen sind. So können die Schiffe für die Baustellen im Nord-Ostsee-Kanal und die Schiffe für den Ölterminal und den Getreidesilo in Kiel weiter ein- und ausschleusen.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 08.03.2025
Frank Behling
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Ein neuer Riese wird Stammkunde

Nord-Ostsee-Kanal ist für große Containerfrachter wieder attraktiver – „CMA CGM Mermaid“ fährt nah am Limit

Kiel. Der Nord-Ostsee-Kanal hat schwere Zeiten hinter sich. Defekte Schleusen, Personalmangel bei den Lotsen und zu wenig Schlepper sorgten für einen Einbruch bei den Verkehrszahlen. Die Zahl der Schiffe sank zuletzt von über 30 000 auf unter 27 000 im Jahr. Doch nun gibt es wieder Hoffnung.

Die Containerreederei CMA CGM aus Marseille hat extra Schiffe bauen lassen, die für die Abmessungen des Nord-Ostsee-Kanals optimiert sind. Die „CMA CGM Mermaid“ machte in dieser Woche den Test.

„Es hat alles hervorragend geklappt. Das Schiff hat den Kanal ohne Probleme in einer sehr guten Zeit passiert“, berichtet Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel Canal. Mit 205 Metern Länge und einer Breite von 30 Metern nähert sich das brandneue Schiff den erlaubten Maximal-Maßen für eine Kanalpassage. Da der aus Asien frisch nach Europa überführte Frachter in Hamburg nicht voll beladen worden war, passte es.

„Der Tiefgang wird auf der Rückreise jedoch zu groß sein“, so Knudsen. „Dann passt es nicht mehr durch den Kanal.“ Aus Finnland soll das Schiff mit Containern voll beladen über Tallinn (Estland) und Danzig (Polen) nach Bremerhaven und Hamburg zurückkehren. Dann wird das Schiff rund zehn Meter Tiefgang haben. Erlaubt sind im Nord-Ostsee-Kanal nur maximal 9,5 Meter.

„Die Reederei hat aber schon zugesagt, den Nord-Ostsee-Kanal auf dem Weg von Hamburg in die Ostsee regelmäßig zu nutzen“, sagt Knudsen, der auch Geschäftsführer der Kieler Agentur Sartori & Berger ist, die die Reederei CMA CGM am Nord-Ostsee-Kanal betreut. Alle zwei Wochen wird das Schiff jetzt dort erwartet. Am 29. April steht die nächste Kanalpassage im Fahrplan.

„Die Entwicklung zeigt, dass die großen Reedereien den Nord-Ostsee-Kanal trotz all der negativen Meldungen aus der Vergangenheit auf dem Schirm haben“, so Knudsen. Zuletzt hatten Ausfälle der Schleusen sowie ein Mangel an verfügbaren Lotsen und Schleppern viele Reedereien von der Nutzung der Wasserstraße abschreckt.

Große Reedereien setzten auf Nord-Ostsee-Kanal

Doch inzwischen ist der Zeitvorteil im Vergleich zum Umweg über Skagerrak und Kattegat von knapp einem Tag und die Einsparung von Treibstoff durch die Nutzung der künstlichen Wasserstraße wieder wichtig. „Da ist der Kanal wieder attraktiv für die großen Reedereien geworden“, so Knutsen.

Der neue Containerriese „CMA CGM Mermaid“ braucht nur einen Schlepper zum Einlaufen in die Kanalschleusen. Die Passage kann der große Frachter ohne Schlepper bewältigen. Zuvor hatte bereits die Reederei Maersk Line aus Dänemark mit der „Laura Maersk“ ein Schiff in Dienst gestellt, das für den Nord-Ostsee-Kanal optimiert wurde.

Mit einer Containerkapazität von über 2000 Standardbehältern (TEU) sind es die Frachter mit der größten Containerkapazität auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Der 205 Meter lange und 29 Meter breite Rumpf der „CMA CGM Mermaid“ wurde so gestaltet, dass ein Maximum an Stahlkisten an Bord passt. Der Aufbau mit der Kommandobrücke befindet sich deshalb ganz vorn. Am Heck sind Hauptmaschine und der große Tank für das verflüssigte Erdgas (LNG) untergebracht. 1053 Kubikmeter LNG kann der Tank fassen.

Gebaut wurden „Laura Maersk“ und „CMA CGM Mermaid“ in Südkorea auf der Werft Hyundai Mipo Dockyard. Die französische Reederei hat zehn dieser Frachter bestellt, zum Preis von 62 Millionen Dollar pro Schiff. Sechs dieser neuen Containerriesen sollen ab 2025 in Nordeuropa pendeln. Haupthäfen werden Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam sein. Vier weitere Schiffe sollen im Mittelmeer eingesetzt werden, wie die Reederei mitteilt.

Die Anschaffung dieser Frachter erlaubt auch den Einsatz von grünen Treibstoffen bis Bio-LNG und grünes Methanol. Dies ist wichtig, weil die Reedereien bis 2050 klimaneutral fahren sollen. Maersk und CMA CGM haben jeweils weltweit über 600 Schiffe im Einsatz. Gemessen an den Stellplätzen für Container ist Maersk mit 4,2 Millionen TEU hinter MSC auf dem zweiten Platz der Welthandelsflotte. CMA CGM folgt mit 3,66 Millionen TEU auf dem dritten Rang.

Quellenangabe: Holsteiner Zeitung vom 24.04.2024, Seite 12

 

Jetzt wird unter Wasser gebaggert

Der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals bei Schinkel geht mit großen Schritten voran. Der 60 Meter lange Bagger „Peter the Great“ – ein grüner Schwimmbagger der belgischen Firma Deme – hebt den Boden aus der Tiefe aus.

Im ersten Schritt wird der etwa vier Kilometer lange Abschnitt bis auf eine Wassertiefe von vier Metern freigegraben, im zweiten Schritt dann auf eine Tiefe von elf Metern. Ingesamt 2,5 Millionen Kubikmeter Baggergut müssen ausgehoben werden, von denen 1,1 Millionen Kubikmeter in die Ostsee abtransportiert werden. Es wird mit einer Bauzeit von ca. einem Jahr gerechnet.

Durch die Ausbauarbeiten soll auch die Sohle vom Nord-Ostee-Kanal von 44 Meter auf 70 Meter verbreitert werden. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt betragen ungefähr 120 Millionen Euro, die Arbeiten an den weiteren Abschnitten sollen weitere 380 Millionen Euro kosten und bis zum Ende des Jahrzehnts abgeschlossen sein.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 16.04.24, S. 9
Autor: Frank Behling
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Maritime Wirtschaft blickt mit Sorge auf sinkende Passagezahlen am NOK

Im zweiten  Halbjahr 2023 sind die Verkehrszahlen der Schiffe im Nord-Ostsee-Kanal signifikant abgesunken. Die Ursache sehen die Vertreter der maritimen Wirtschaft in den vielen Ausfällen mit daraus resultierenden erheblichen Zeitverlusten

Der NOK ist eine Lebensader für die maritime Wirtschaft in Deutschland und Europa. Als kürzeste Verbindung zwischen der Nord- und Ostsee ermöglicht der Kanal schnelle, kostengünstige und klimaneutralere Transportwege, die für Handel und Industrie unverzichtbar sind. Verzögerungen im Schleusenbetrieb wirken sich daher nicht nur lokal, sondern auch auf internationaler Ebene negativ aus.

Die „Initiative Kiel-Canal“ (IKC) und der „Nautische Verein zu Kiel“ (NVzK) haben bereits mehrfach auf signifikante Defizite im Betrieb und in der Unterhaltung des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) hingewiesen. Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der IKC sagt: „Diese für den deutschen Import und Export essenzielle Seewasserstraße verliert weiter für die Nutzer an Attraktivität.“

Seit dem 1. Juli 2023 sei eine zunehmende Verschlechterung der sicheren und planbaren Passage für die internationale Schifffahrt zu beobachten, was zu einem spürbaren Rückgang bei den Schiffsgrößen und Passagezahlen geführt hat.

Seit dem 01. Juli gilt im NOK eine generelle Geschwindigkeitsreduzierung um 20% auf 12 km/h. Dies wurde erforderlich um weitere Schäden am bereits massiv ausgewaschenen Kanalbett zu vermeiden. Die längere Passagedauer bedingte seitdem einen um den gleichen Betrag gestiegenen Bedarf an Lotsen und Kanalsteurern, der aufgrund der langen Ausbildungszeit nicht ad hoc gedeckt werden. Erstmalig in der Geschichte gab es Wartezeiten vor Brunsbüttel, bis Lotsen die erforderlichen Ruhezeiten erfüllt haben und wieder für einen Einsatz zur Verfügung stehen.

Ingo Berger, Vorsitzender des NVzK, weist darauf hin, dass es zusätzlich regelmäßig zu Verzögerungen beim Schleusungsvorgang kommt, weil die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ebenfalls vom Personalmangel betroffen ist. „Es kam deshalb bereits zu Vollsperrungen und vermehrt werden Schiffe einzeln geschleust, obwohl die Schleusenkammergröße die Aufnahme mehrerer Schiffe erlauben würde. Dies reduziert die Kapazität und somit auch die Attraktivität des NOK erheblich.“ Beide Verbände erklären dass die Probleme in Betrieb und Unterhaltung stetig zunehmen. Als Beispiele nannten Sie Vorfälle, die es in der Geschichte des NOK bisher nicht gegeben hat.

So musste der Kanal zum Beispiel komplett geschlossen werden, weil der extern vergebene Schneeräumdienst nicht ausgeführt wurde. Diese lassen erheblichen Zweifel an der Geeignetheit des Auswahlverfahrens aufkommen. Nicht einmal die für das Steuern großer Schiffe essentielle Torbefeuerung wird umgehend regelmäßig vom WSV-Personal instandgesetzt.

Nun kommen nach der Ostseesturmflut im Oktober 2023 erhebliche Schäden am Leuchtturm Kiel hinzu und die dort untergebrachte Versetzstation der Lotsen musste aufgegeben werden. Die durch längere und aufwändigere Anfahrtswege bedingten höheren Kosten für die Nutzer des NOK reduzieren dessen Attraktivität weiter.

Angesichts dieser Gesamtentwicklung äußerten beide Verbände in einem Schreiben an die Bundesregierung die Sorge, dass der NOK als ökonomisch und ökologisch wichtige Alternative zur Skagenroute weiter an Attraktivität verlieren wird. Verzögerungen und Ausfälle würden die Zuverlässigkeit und Planbarkeit der Kanalpassage im heute eng getakteten Seehandel massiv beeinträchtigen. Funktionierende und resiliente Lieferketten sind für die deutsche Volkswirtschaft essenziell und dürfen nicht gefährdet werden.

Die IKC und der NVzK haben die Bundesregierung in einemgemeinsamen Schreiben daher dringend aufgefordert:

  1. Dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt NOK umgehend Fachpersonal (Nautiker, Techniker & Ingenieure) zuzuweisen, um Schleusungen und weitere Maßnahmen effizient planen und durchführen zu können.
  2. Die Planungen und laufenden Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen am NOK zügig und konsequent fertigzustellen.
  3. Die pauschale Stellenstreichung bei der WSV dauerhaft zu stoppen.
  4. Attraktive Arbeitsbedingungen bei der WSV zu schaffen.
  5. Den Leuchtturm Kiel dringend zu sanieren.

Für Knudsen und Berger steht fest: „In Anbetracht der ökologischen Verkehrswende und der zusätzlichen Kosten für alternative Brennstoffe in der Schifffahrt, sind die energiesparende Funktion des NOK und der Leuchtturm Kieler Förde für die Verkehrssicherheit von großer Bedeutung. Diese müssen ihrer Rolle im Rahmen des transeuropäischen Netzwerkes gerecht werden können!

Die Initiative Kiel-Canal e.V.

Die Ende 2012 gegründete Initiative Kiel-Canal e.V. bündelt engagierte Stimmen für den Nord-Ostsee-Kanal und macht sich gegenüber Wirtschaft, Politik und Behörden für den Funktionserhalt und die Zukunftsfähigkeit des Kanals stark. Zu den Mitgliedern gehören neben zahlreichen Unternehmen auch mehrere Handelskammern, Körperschaften des öffentlichen Rechts, Institutionen, Verbände, Vereine sowie Gebietskörperschaften.

Ansprechpartner für weitere Fragen:

Jens B. Knudsen
Vorsitzender Initiative Kiel-Canal e.V.
Büro: 0431/9810

Ingo Berger
Vorsitzender des „Nautischen Vereins zu Kiel“
Handy: 0176/61482057

 

NOK droht Relevanzverlust

Während die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) in Bonn bei der Verkehrsentwicklung 2023 im Nord-Ostsee-Kanal (NOK) von einem „relativ stabilen  Verkehrsgeschehen“ spricht, fällt das Urteil der Wirtschaftsplattform „Initiative Kiel-Canal“ (IKC) und dem Nautischen Verein zu Kiel (NVzK) über Zustand und Entwicklung der verkehrsreichsten künstlichsten Wasserstraße der Welt sehr kritisch aus.

Beide maritime Organisationen haben in einem gemeinsamen Brief an das Bundesverkehrsministerium, dem die GDWS zugeordnet ist, ihre große Sorge über die mittelund
längerfristige Perspektive des rund 100 Kilometer langen Kanals zum Ausdruck gebracht. So stellt etwa Jens Broder Knudsen, IKC-Vorsitzender, fest: „Diese für den deutschen Import und Export essenzielle Seewasserstraße verliert weiter für die Nutzer an Attraktivität.“

Quelle: THB-Artikel vom 14. Februar 2024
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183 Millionen Euro für den NOK

Insgesamt 183 Millionen Euro wurden in 2023 in den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals investiert, teilte das Wasserstraßen-Neubauamt mit. Dies beinhaltete die 5. Schleusenkammer des Nord-Ostsee-Kanals, den Ersatzneubau der Ersten Levensauer Hochbrücke, die Kleine Schleuse in Kiel sowie weitere Arbeiten entlang des Kanals.

Auch 2024 sollen die Bauarbeiten mit großen Schritten vorangehen. Ein wichtiges Zwischenziel ist der Ausbau der Oststrecke, der bis voraussichtlich Mitte 2024 abgeschlossen werden soll. Auch die vorbereitenden Arbeiten für den Ersatzneubau der Kleinen Schleuse in Kiel gehen weiter und die Vorbereitungen zur Ausschreibung der Planungen für den Bau eines Anlegers am Wiker Kanalufer laufen.

Quelle: Täglicher Hafenbericht, Online-Artikel vom 19. Dezember 2023

Webcam zeigt den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals

Der Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals zwischen Großkönigsförde und Schinkel soll voraussichtlich bis Mitte 2024 abgeschlossen sein, teilt das Wasserstraßen-Neubauamt Nord-Ostsee-Kanal (WNA NOK) mit. Mit dem Fortschritt in 2023 sei das WNA NOK zufrieden.

Mit einer Webcam können Interessierte die Bauarbeiten live beobachten und schon jetzt vorstellen, wie breit der Nord-Ostsee-Kanal zukünftig werden wird.

Die Videoaufnahmen zeigen die sogenannte Zone A des ersten Bauabschnitts: https://baudoku.1000eyes.de/cam/nkomm/B8A44F042360/responsive.html

Autor: Jonas Bargmann
Quelle: Artikel vom sh:z vom 14.12.2023

Der Zentralverband Deutscher Schiffsmakler fordert mehr Personal

Der Zentralverband Deutscher Schiffsmakler fordert die Aufstockung des technischen Personals, um die Zukunfts- und Leistungsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals sicherzustellen.

Aufgrund von Personalengpässen sei es in der Vergangenheit zu Verzögerungen und Sperrungen des NOK gekommen. Die Bundesregierung solle daher in die Fachkräfteausbildung und bessere Arbeitsbedingungen am Kanal investieren.

Zudem fordert der Verband, dass anstehende Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten am Nord-Ostsee-Kanal priorisiert werden.

Quelle: DVZ Redaktion, Artikel vom 12. November 2023

 

Der Ausbau des Kanals schreitet voran

Bereits diesen Winter soll im ersten Bauabschnitt des Nord-Ostsee Kanals (die ersten vier der insgesamt 15 Kilometer) mit der Nassbaggerung begonnen werden.

Das Wasserstraßen- und Neubauamt Nord-Ostsee-Kanal (WNA) teilte mit, dass 150 000 Tonnen Steine aus Norwegen für das Deckwerk der Wasserwechselzone von Königsförde bis Schinkel geliefert wurden. Wie Projektleiter Georg Lindner mitteilt, werden der Betriebsweg und die neue Böschung oberhalb des Uferbereichs im gesamten ersten Bauabschnitt bereits Anfang 2024 fertig sein.

Ab 2024 würde mit einem Anstieg der Passagezahlen gerechnet, sodass der Ausbau des Kanals zwischen Königsförde und Kiel sehr wichtig sei.

Anhaltende Personalengpässe am Nord-Ostsee Kanal, die bereits zu Ausfällen und Verzögerungen führten, sorgen hingegen für Kritik:

„So eine Personalpolitik des Bundes schwächt das Vertrauen in die deutsche maritime Infrastruktur“, sagt Jens B. Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel Canal.

Quelle: Holsteiner Zeitung vom 14.11.2023, Seite 10

Der akute Mangel an Fachkräften ist eine Gefahr für den NOK

Anhaltende Personalengpässe bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) gefährden laut dem Zentralverband Deutscher Schiffsmakler (ZVDS) die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Nord-Ostsee Kanals.

Insbesondere technische Fachkräfte seien notwendig, um den reibungslosen Betrieb am Kanal sicherzustellen. „Wir stehen an einem kritischen Punkt, an dem wir handeln müssen, um die Zukunftsfähigkeit des NOK zu sichern und die Position Deutschlands als zentrale Drehscheibe im internationalen Seeverkehr zu erhalten“, so Jens B. Knudsen, Vorsitzender des Zentralverbands Deutscher Schiffsmakler und der Initiative Kiel Canal.

In den vergangenen Monaten habe der Personalmangel zu vielen Verzögerungen und sogar Sperrungen geführt, die auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt NOK, das sonst hervorragende Arbeit leiste, nicht verhindern konnte.

Quelle: Täglicher Hafenbericht Nr. 219 vom 14.11.2023 (www.thb.info)

Initiative Kiel-Canal fordert umgehende Personalaufstockung der GDWS zur Sicherstellung des reibungslosen Betriebs des Nord-Ostsee-Kanals

Die Initiative Kiel-Canal e.V. schlägt Alarm: Angesichts der anhaltenden personellen Engpässe bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) wächst die Sorge um die Zukunftsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals (NOK).

Der NOK ist eine Lebensader für die maritime Wirtschaft in Deutschland und Europa. Als kürzeste Verbindung zwischen der Nord- und Ostsee ermöglicht der Kanal schnelle, kostengünstige und klimaneutralere Transportwege, die für Handel und Industrie unverzichtbar sind. Verzögerungen im Schleusenbetrieb wirken sich daher nicht nur lokal, sondern auch auf internationaler Ebene negativ aus.

„Wir stehen an einem kritischen Punkt, an dem wir handeln müssen, um die Zukunftsfähigkeit des NOK zu sichern und die Position Deutschlands als zentrale Drehscheibe im internationalen Seeverkehr zu erhalten“, mahnt Jens B. Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal e.V.

In den letzten Monaten steigen die Vorfälle, die auf einen akuten Personalmangel zurückzuführen sind, an – insbesondere bei den technischen Fachkräften. Die Folgen sind Verzögerungen und Beeinträchtigungen, die weit über die Region hinaus spürbare wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. Die aktuellen Engpässe bei den Schleusenmeistern führten jüngst zu einer temporären Schleusensperrung in Kiel-Holtenau. Dies gefährdet die Effizienz und Zuverlässigkeit der weltweit meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen zusätzlich.

„Es ist fünf vor zwölf. Wir können es uns nicht leisten, dass der NOK seine Position als schneller und sicherer Transportweg noch weiter einbüßt“, warnt Knudsen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt NOK leiste hervorragende Arbeit, stößt aber aufgrund des Personalmangels an seine Grenzen.

Die Initiative fordert deshalb eine sofortige Aufstockung des technischen Personals bei der GDWS. Dies betrifft auch insbesondere die Schleusenmeister, die für den laufenden Betrieb der Schleusenanlagen unverzichtbar sind. Nur mit einer ausreichenden Anzahl an Fachkräften kann eine schnelle und effiziente Abwicklung des Schiffsverkehrs gewährleistet und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Kanals gesichert werden.

Deswegen ist es zu begrüßen, dass die jährliche pauschale Stellenreduzierung der GDWS von 1,5% in 2024 ausgesetzt wird. Bedauerlicherweise wird aber auch die jährliche Anmeldung von Personalkontingenten bei der GDWS nicht ermöglicht. Dies ist vor dem Hintergrund der immer älter werdenden maritimen Infrastruktur und der damit immer größeren Aufgabenzuwächse nicht nachvollziehbar und mit einer Personalkürzung vergleichbar. „So eine Personalpolitik des Bundes schwächt das Vertrauen in die deutsche maritime Infrastruktur und ist unverantwortlich“, mahnt Knudsen.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Beschleunigung und Priorisierung der anstehenden Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten. Verzögerungen bei diesen wichtigen Maßnahmen bergen das Risiko von längeren Ausfallzeiten, die sich negativ auf die Schifffahrtsunternehmen und die mit dem Kanal verbundenen Arbeitsplätze auswirken.

„Wir stehen im Dialog mit vielen Schifffahrtsunternehmen, um eine nachhaltige Lösung zu finden. Unsere Forderung ist klar: Die Bundesregierung muss handeln und die notwendigen Mittel für eine sofortige Personalaufstockung bereitstellen,“ so Knudsen. Investitionen in die Fachkräfteausbildung und die Attraktivitätssteigerung der Arbeitsplätze sind langfristige Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit des Schifffahrtsstandorts Deutschland.

Die Initiative Kiel-Canal e.V. setzt sich nachdrücklich dafür ein, dass der NOK als wichtige europäische Verkehrsader gestärkt wird. Die Sicherstellung einer ausreichenden Personaldecke ist dabei ein entscheidender Schritt, um die Zukunft und Leistungsfähigkeit des Kanals zu gewährleisten.

Die Initiative Kiel-Canal e.V.
Die Ende 2012 gegründete Initiative Kiel-Canal e.V. bündelt engagierte Stimmen für den Nord-Ostsee-Kanal und macht sich gegenüber Wirtschaft, Politik und Behörden für den Funktionserhalt und die Zukunftsfähigkeit des Kanals stark. Zu den Mitgliedern gehören neben zahlreichen Unternehmen auch mehrere Handelskammern, Körperschaften des öffentlichen Rechts, Institutionen, Verbände, Vereine sowie Gebietskörperschaften.

IfW Studie zum volkswirtschaftlichen Nutzen des NOK:
https://initiative-kiel-canal.de/wp-content/uploads/2021/06/IfW_Gutachten_NOK.pdf

Ansprechpartner für weitere Fragen:
Jens B. Knudsen
Vorsitzender Initiative Kiel-Canal e.V.
0431-9810
j.knudsen@sartori-berger.de

Das weltweit erste Methanol-Containerschiff wird den NOK ab jetzt regelmäßig passieren

Zwei Mal pro Woche wird das Containerschiff „Laura Maersk“ bis zum Jahresende den Nord-Ostsee Kanal passieren. Es ist das weltweit erste Containerschiff, das Methanol als Treibstoff nutzt.

Getauft wurde die „Laura Maersk“ am 14. Dezember durch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, da der Frachter als Antwort auf den Green Deal der EU konzipiert wurde.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 08.11.2023
Autor: Frank Behling
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Krisen hinterlassen tiefe Spuren in der Bilanz des Nord-Ostsee-Kanals

Anfang Dezember hatten die Jahreszahlen des Nord-Ostsee-Kanals noch über dem Vorjahresniveau gelegen. Dann platzte in Brunsbüttel eine Pipeline, wodurch Öl ins Wasser sickerte: Der Kanal wurde über den Jahreswechsel zwei Wochen lang voll gesperrt. Dieser Einbruch hinterlässt nun deutliche Spuren in der Bilanz, die die Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt (GDWS) am Freitag berichtet.

Nach den Zahlen der Behörde passierten 2022 nur 26 882 Schiffe den Kanal. Das waren 411 Schiffe weniger als im Vorjahr. Bei der Landung wurden in Summe 82,25 Millionen Tonnen erreicht, das sind etwa 2,9 Millionen Tonnen weniger als 2021.

Die Folgen des Ukraine-Krieges und höherer Treibstoffpreise hatte der Kanal laut Behörde in diesem Jahr noch erfolgreich kompensieren können. Doch die Vollsperrung als Folge des Pipelinelecks habe eine positive Endabrechnung zunichtegemacht.

Als Folge des Leck waren zwischen 16. und 21. Dezember 2022 bis zu 300 Tonnen Rohöl in Brunsbüttel in den Kanal geflossen. Zur Bekämpfung der Verunreinigung ordneten die Behörden eine Vollsperrung des Nord-Ostsee-Kanals für zwei Wochen an. „Es hätte ein tolles Jahr für den Kanal werden können, wenn da nicht die Sperrung gewesen wäre“, sagt Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 27.01.2023
Autor: Frank Behling
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Ausbau: 2023 starten am Nord-Ostsee-Kanal die Unterwasser-Bagger

Der Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals geht in die nächste Phase. 2023 soll es nun auch mit den Unterwasserarbeiten losgehen.

Im Bereich des kleinen Wäldchens „Im Linden“ in der „Bauzone D“ muss die Böschung weiter befestigt werden. Dies sei die Voraussetzung dafür, dass die Bagger unter Wasser loslegen dürfen. Geplant ist der Start der Aushebungen für diesen Sommer – ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 10.01.2023
Autor: Frank Behling
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Ärger über die lange Sperrung des NOK

Zwei Wochen lang war mit dem Nord-Ostsee-Kanal (NOK) die weltweit am stärksten frequentierte künstliche Wasserstraße der Welt gesperrt. Nun soll diesen Dienstag um 12 Uhr die Freigabe erfolgen. Die Ölverschmutzung des Gewässers bei Brunsbüttel (thb.info 22. Dezember 2022) hat sich als größer als angenommen entpuppt. Robby Renner, der Leiter des Havariekommandos, sprach vom „größten Ölunfall der jüngeren Zeit an der deutschen Küste“.

An der langen Sperrung gibt es von der Initiative Kiel-Canal deutliche Kritik. „Man muss nach der Verhältnismäßigkeit fragen. Seit einer Woche heißt es, 99,5 Prozent des Öls seien aufgenommen, aber man lässt den Kanal trotzdem weiter gesperrt“, beklagt Jens B. Knudsen, Vorsitzender der Initiative, gegenüber dem THB. „Wir werden diskutieren müssen, wie wir künftig mit solchen Fällen umgehen. Man braucht doch  pragmatische Entscheidungen. Der Umweg für die Schiffe um Skagen belastet die Umwelt sicher deutlich stärker“, meint Knudsen.

Quelle: Täglicher Hafenbericht Nr. 1 vom 03.01.2023 (www.thb.info)

Nur knapp einer Vollsperrung entgangen

Der Nord-Ostsee-Kanal ist am Mittwoch Morgen nur knapp einer Vollsperrung auf unbestimmte Zeit entgangen, nachdem der finnische Spezialfrachter „Meri“, der mit einem Hafenmobilkran beladen war, mit der Holtenauer Hochbrücke kollidiert ist und diese schwer beschädigt hat.

Am Mittwoch habe es noch so ausgesehen, als hätte der Kanal für mehrere Tage für den internationalen Schiffsverkehr gesperrt werden müssen. Zum Glück konnte dies aber durch die zahlreichen Akteure rund um den NOK abgewendet werden.

Es stellt sich die Frage, wie es überhaupt zu dem Unfall kommen konnte, da der Spezialfrachter regelmäßig den NOK passiert. Jens Broder Knudsen nimmt diese Havarie erneut zur Gelegenheit, zu hinterfragen, ob die personelle, finanzielle und auch materielle Ausstattung für einen ungestörten Betrieb des Kanals ausreichend ist.

Quelle: Täglicher Hafenbericht Nr. 233 vom 02.12.2022 (www.thb.info)

Schlick in der Elbe sorgt für Probleme im Nord-Ostsee-Kanal

Vor den Schleusen Brunsbüttel hat sich eine Sandbank in der Elbe gebildet. Die Folgen: Begrenzung des Tiefgangs für Schiffe im Kanal.

Da einige Schiffe nun auf Hochwasser warten müssen und aus dem Kanal nur zu bestimmten Zeitfenstern ausschleusen können, verliere der Nord-Ostsee-Kanal aktuell viele Schiffe. Jens-Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel Canal und Jan Klein, Geschäftsführer der Maklerei UCA United Canal Agency fordern schnelle Maßnahmen.

Aktuell soll die Herkunft des Schlicks ermittelt werden. Vermutlich könnten Bauarbeiten an der fünften Schleusenkammer oder die neue Fahrrinne in der Elbe und damit auftretende neue Strömungen verantwortlich sein.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 10.10.2022
Autor: Frank Behling
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Schäden am Nord-Ostsee-Kanal

Im Rahmen eines Monitorings wurden Erosionsschäden an den Böschungen des Nord-Ostsee-Kanals festgestellt.

Die Schäden wurden durch beidseitig vorbeifahrende Schiffe und den überwiegend sandigen und damit anfälligen Boden (insbesondere an der Weststrecke) verursacht.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal will mit einem Überholverbot und Tempolimit darauf reagieren. 

Weitere Erkenntnisse sollen durch Taucher gewonnen werden. Erste Sanierungsarbeiten sollen noch in diesem Jahr stattfinden.

Quelle: Täglicher Hafenbericht Nr. 131 vom 11.07.2022 (www.thb.info)

Bundesverkehrsminister sagt Nord-Ostsee-Kanal weiter Unterstützung zu

Bundesverkehrsminister Volker Wissing stattete der Baustelle an der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals einen Besuch ab und wurde dort von dem Präsidenten der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Professor Hans-Heinrich Witte, über die Bedeutung der einzelnen Bauprojekte informiert.

Durch eine Lücke im kommenden Bundeshaushalt für Verkehrsprojekte sei besonders der Ersatzbau der kleinen Schleusen in Kiel in Gefahr. Die Instandhaltung und der Ausbau der Wasserstraßen seien laut Wissing aber ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sicherte die entsprechende Unterstützung zu.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 31.03.2022
Autor: Frank Behling
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Warum die Baumaßnahmen am NOK priorisiert werden sollten

Die Baumaßnahmen zur Erneuerung und Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals stehen immer wieder vor großen Herausforderungen wie z.B. Mehrkosten, die durch älter werdende Infrastrukturen, eine steigende Anzahl von Projekten und Kostensteigerungen verursacht werden.

Zwei Gründe zur Priorisierung der Baumaßnahmen bei Finanzierungsfragen sind die Klimarelevanz und der volkswirtschaftliche Nutzen des Kanals.

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat zu diesen zwei Gründen 2021 eine Studie veröffentlicht.
Demnach habe der NOK einerseits mit der Schaffung von 570 Millionen Euro einen großen volkswirtschaftlichem Nutzen pro Jahr für ganz Deutschland und andererseits eine hohe klimapolitische Relevanz wegen der Verringerung des CO2-Ausstoßes.

Mit einer Verzögerung des Ausbaus wäre weder der Schifffahrt, noch der Umwelt, noch dem volkswirtschaftlichen Nutzen und den Steuerzahlern geholfen, denn der NOK kann sein Potenzial nur in einem vollständig betriebsfähigen Zustand komplett entfalten.

Für die notwendige regelmäßige Wartung und Instandhaltung sei es außerdem wichtig, dass ausreichend Fachpersonal im Bereich des Techniker- und Ingenieurwesens am Nord-Ostsee-Kanal eingestellt wird.

Quelle: Sonderbeilage Nr. 4 „Schleswig-Holsteinische Häfen“ des Täglichen Hafenberichts vom 30.03.2022 (www.thb.info)

IT-Totalausfall am Nord-Ostsee-Kanal

Am Sonntag wurde der Betrieb des Nord-Ostsee-Kanals wegen eines IT-Problems für sechs Stunden lahmgelegt. Aufgrund der momentan hohen Treibstoffpreise haben jedoch nur wenige Schiffe kurzfristig vom Kanal abgedreht.

Solche kostenintensiven Ausfälle sorgen für Kritik am Krisenmanagement. Besonders die Lotsen sind der Meinung, dass ein Notfallkonzept für IT-Ausfälle entwickelt werden müsse, und haben sich vermehrt für ein Konvoi-System ausgesprochen.

Der Mangel an Fachpersonal stellt laut der Initiative Kiel-Canal das größte Problem dar.

Quelle: Täglicher Hafenbericht Nr. 57 vom 23.03.2022 (www.thb.info)
Foto: Behling

Ausbau der Oststrecke: Etappenziel erreicht

Trotz erschwerter Bedingungen wegen des Starkregens diesen Sommer erreichten die Arbeiten zum Ausbau der Oststrecke zwischen Groß Nordsee und Königsförde pünktlich zur Weihnachtspause ihr geplantes Etappenziel.

Insgesamt sollen bis 2024 ca. 2,5 Millionen Kubikmeter Baggergut des ersten Bauabschnitts im Trocken- und Nassbaggerverfahren abgetragen und umgelagert werden.

Die Ausbauarbeiten für den zweiten Abschnitt zwischen den Kanalweichen Groß Nordsee und Schwartenbek werden nun ebenfalls für die nächsten Jahre geplant.

Der Ausbau soll Gegenverkehr großer Schiffe ermöglichen, Wartezeiten verringern und somit den Nord-Ostsee-Kanal attraktiver machen.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 19.12.2021
Autor: Frank Behling
Hier gelangen Sie zum Artikel.

THB Sonderbeilage: Schleswig-Holsteinische Häfen

In der Sonderbeilage des Täglichen Hafenberichts zum Thema Schleswig-Holsteinische Häfen vom 24.09.2021 spricht Jens B. Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal e.V., über die Bedeutung der Baumaßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal.

Er erklärt außerdem, warum auch die Bundesländer davon betroffen sind, wenn der Kanal nicht vollständig leistungsfähig bleibt, und welchen Einfluss dieser auf Wirtschaft und Umwelt hat.

Quelle: Täglicher Hafenbericht – Sonderbeilage Nr. 12 „Schleswig-Holsteinische Häfen “ vom 24.09.2021 (www.thb.info)
Lesen Sie hier den vollständigen Artikel aus dem THB. 24

NOK: Flexible Abgaben statt starrer Tarife

Initiative Kiel-Canal für marktkonformes Abgabenmodell ab 2022 – Reeder weichen sonst auf Kap Skagen aus

Die „Initiative Kiel-Canal“ tritt dafür ein, statt eines starren NOK-Tarifwerkes ein flexibles Regime zu schaffen, das sich an den Bunkerpreisen orientiert. Das Ergebnis wäre, dass die Abgabe schnell an Marktschwankungen angepasst werden könne.

Der vollständige Artikel im „Täglicher Hafenbericht No. 165“ kann hier gelesen werden.

Initiative Kiel-Canal sieht sich in den Aussagen des IfW bestätigt.

Im Zusammenhang mit der Diskussion um die coronabedingte Aussetzung der Befahrungsabgaben für den Nord-Ostsee-Kanal hat die Initiative Kiel-Canal e.V. beim Institut für Weltwirtschaft (IfW) eine Studie in Auftrag gegeben, die den gesamtvolkswirtschaftlichen Nutzen des Nord-Ostsee-Kanals ebenso untersucht wie seinen Beitrag zur Erreichung der gesetzten Klimaschutzziele.  

„Endlich ist wissenschaftlich bestätigt, dass der NOK nicht nur für den Norden wichtig ist, sondern mit der Schaffung von 570 Mio. Euro volkswirtschaftlichem Nutzen pro Jahr eindeutig eine gesamtdeutsche Bedeutung hat.“, betont Jens B. Knudsen, Vorsitzender der Initiative Kiel-Canal.

Die Studie unterstreicht im Ergebnis die hohe volkswirtschaftliche und klimapolitische Relevanz des Nord-Ostsee-Kanals und unterstützt damit das hohe Interesse und die gegenwärtige Bemühung, den Nord-Ostsee-Kanal zukunftsfähig zu gestalten.

Nach Knudsens Aussage müsse nun alles dafür getan werden, den Empfehlungen des IfW  zu folgen. „ Ein flexibles Abgabensystem, welches auf veränderte Treibstoffkosten für Schiffe reagiert, sorgt dafür, dass Reeder den NOK nicht mehr aus Kostengesichtspunkten umfahren müssen“ stellt der Vorsitzende der Initiative Kiel-Canal fest. Jedes Schiff im NOK ist ein Gewinn für alle Beteiligten, da einerseits die Umwelt durch eine  kürzere Seestrecke geschont wird und andererseits der volkswirtschaftliche Nutzen für die Bundesrepublik sichergestellt wird. Auch in Zeiten knapper Mittel muss sichergestellt werden, dass die laufenden und zukünftig geplanten Baumaßnahmen nicht verzögert  werden. Knudsen merkt an, dass schon bereits jetzt die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt nicht mehr ausreichende Mittel zur Verfügung hat, um notwendige anstehende Maßnahmen zu beauftragen.  Mit Sorge blickt Knudsen in die Zukunft, denn die Schifffahrt braucht eine verlässliche Transitzeit ohne Wartezeiten vor den Schleusen oder im Kanal.  „Um den Status quo des NOK sicherzustellen müsste im Bereich der Wartung und Instandhaltung dem WSA Nord-Ostsee-Kanal mehr Personal zur Verfügung gestellt werden. Ohne eine sofortige Aufstockung der Ingenieurs- und Technikerstellen werden sich die Kunden des NOK in Zukunft auf längere Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen einstellen müssen.“ betont Knudsen.  Nach seiner Ansicht sei es notwendig, dass genau hier die Politik gegensteuert, um so den vom IfW ermittelten Nutzen für die Volkswirtschaft und die Umwelt auch zukünftig zu realisieren. Nach Knudsens Ansicht könne man in der heutigen Zeit und vor dem Hintergrund der nun vorliegenden Ergebnisse kein Argument ernsthaft gegen eine zügige Modernisierung des NOK vertreten. „Deshalb muss geprüft werden, ob der Nord-Ostsee-Kanal nicht auch aus europäischer Sicht eine Infrastrukturmaßnahme ist, die Ländern wie z. B. Dänemark, Schweden und Polen so viel Wohlfahrtseffekte bringt, dass eine europäische Infrastrukturförderung angemessen wäre“ regt Knudsen an.

Studie des IfW herunterladen

Die Initiative Kiel-Canal e.V.
Die Ende 2012 gegründete Initiative Kiel-Canal e.V. bündelt engagierte Stimmen für den Nord-Ostsee-Kanal und macht sich gegenüber Wirtschaft, Politik und Behörden für den Funktionserhalt und die Zukunftsfähigkeit des Kanals stark. Zu den Mitgliedern gehören neben zahlreichen Unternehmen auch mehrere Handelskammern, Körperschaften des öffentlichen Rechts, Institutionen, Verbände, Vereine sowie Gebietskörperschaften.

Ansprechpartner für weitere Fragen:
Jens B. Knudsen
Vorsitzender Initiative Kiel-Canal e.V.
0431-9810
j.knudsen@sartori-berger.de

Volkswirtschaftlicher Nutzen des Nord-Ostsee-Kanals

Studie im Auftrag der Initiative Kiel-Canal e.V.
Erstellt vom Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel)

Lesen Sie hier das Gutachten des IfW.

NOK: Volkswirtschaftlicher Nutzen von 570 Millionen Euro pro Jahr

Eine Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) zeigt, dass der Nord-Ostsee-Kanal Deutschland jährlich 570 Millionen Euro einbringt. 

In diesem Ergebnis sind nicht nur direkte Einnahmen, sondern auch indirekte Effekte berücksichtigt.
Der Nutzen für ganz Europa beträgt laut Studie jährlich eine Milliarde Euro.

Der Nord-Ostsee-Kanal sorge beispielsweise dafür, dass ein deutscher Hafen mit höherer Wahrscheinlichkeit angefahren wird als ein belgischer oder niederländischer Hafen.

IfW-Präsident Gabriel Felbermayr fordert, dass der Kanal laufend modernisiert und ausgebaut wird.
Auch die Befahrungsabgabe solle in Zukunft flexibel an die schwankenden Treibstoffpreise angepasst werden, um zu verhindern, dass Reeder den Umweg über Skagen wählen, und damit die Wettbewerbsfähigkeit des NOK zu sichern.

Der Anteil des Kanals am Klimaschutz sei ebenfalls sehr hoch, da die Passagen jährlich rund 783.000 Tonnen CO2-Äquvalente einsparen.

Studie des IfW herunterladen

Quelle: Kieler Nachrichten vom 09.06.2021
Autor: Ulrich Metschies
Lesen Sie hier den gesamten KN-Artikel.

Baurecht für neue Schleuse in Kiel-Holtenau

Nachdem die Behörden den Ersatzneubau der kleinen Schleuse in Kiel-Holtenau ca. 20 Monate lang geprüft haben, wurde dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt nun das Baurecht erteilt.

Bereits seit 2014 ist die marode Schleuse wegen vieler Schäden nicht mehr in Betrieb. Um sie zu stabilisieren, wurde sie in der Zwischenzeit mit Sand verfüllt.

Erst nach dem Ersatzneubau der kleinen Schleuse in Kiel, der für die Leistungsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals sehr wichtig ist, kann mit der notwendigen Instandsetzung der großen Schleuse dort begonnen werden.

Klaus-Hinrich Vater, Präsident der IHK zu Kiel, fordert eine schnelle Umsetzung der Baumaßnahmen. Die Funktionalität der kleinen Schleuse sei von großer Relevanz, da diese den Ausfall einer großen Schleuse kompensieren könne. Aktuell führe jeder Ausfall einer Schleuse zu Staus und damit zu zusätzlichen Kosten für die Reeder.

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung betont, dass der Ersatzneubau der kleinen Schleuse die Zukunftsfähigkeit des Kanals sichere.

Nach derzeitigen Kalkulationen soll der Neubau rund 400 Millionen Euro kosten und bis zum Ende des Jahrzehnts abgeschlossen sein.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 21.05.2021
Autor: Ulrich Metschies
Hier gelangen Sie zum Artikel.

Die Zukunft des Nord-Ostsee-Kanals

Der Nord-Ostsee-Kanal hat eine hohe wirtschaftliche Bedeutung und sorgt für Zeit- und Treibstoffersparnisse.

Jedoch stehen in der letzten Zeit oft nur negative Aspekte im Vordergrund: Der Ausbau, der nur langsam vorangeht, rückläufige Verkehrszahlen, veraltete Schleusen und Havarien.

Neben den Havarien stellen die seit 2013 vermehrt auftretenden Sperrzeiten von Schleusen das größte Problem dar.

Auch die wirtschaftlichen Einbrüche durch Corona sorgten für sinkende Verkehrszahlen.

Steigende Treibstoffpreise und die Aussetzung die Befahrungsabgabe im Jahr 2020 sorgten jedoch wieder für eine wachsende Attraktivität des Kanals.

Jens Broder Knudsen sagt, dass der Nord-Ostsee-Kanal, ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge, allein Deutschland ca. 300 Millionen Euro pro Jahr einbringt.
In dieser Schätzung sind auch die Einflüsse des Kanals auf den Rendsburger Raum, Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven berücksichtigt.

Lesen Sie auch das Interview mit Vincent Stamer, dem Handelsexperten am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), zum Thema.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 28.03.2021
Autor: Frank Behling

Interview mit Vincent Stamer

Vincent Stamer, Handelsexperte am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), hat sich zur Zukunft des Nord-Ostsee-Kanals geäußert.

Stamer erklärt, dass der Kanal auch in den kommenden Jahrzehnten gebraucht werden wird, dafür aber dessen Wettbewerbsfähigkeit gesichert und verbessert werden müsse.

Er betont, dass der Kanal auch in den kommenden Jahren ein wichtiges Infrastrukturelement Nordeuropas bleiben werde, wenn die Modernisierung der Oststrecke abgeschlossen sei und auch die Probleme mit den Schleusen gelöst würden.

Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Vincent Stamer bei KN Online.

Quelle: Kieler Nachrichten vom 28.03.2021
Autor: Ulrich Metschies

Das neue Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal

Ab jetzt ist das neue Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg für den Kanal zuständig.

Bisher waren die Ämter in Brunsbüttel und Kiel für den Nord-Ostsee-Kanal verantwortlich.

Diese Verwaltungsstruktur gab es bereits bei der Eröffnung am 1. Juli 1895 mit dem Kaiserlichen Kanalamt in Kiel, bis schließlich nach einigen Änderungen die Aufteilung auf zwei Ämter im Jahr 1980 vollzogen wurde.

Die Zusammenführung der beiden Ämter soll für mehr Effizienz und Transparenz sorgen. Außerdem hofft man, dass durch die neuen Strukturen Havarien besser zu handhaben sind.

Jedoch weist Jens Broder Knudsen, Vorsitzender der Initiative, darauf hin, dass auch mehr Personal für die Instandhaltung nötig sei.

Hier gelangen Sie zum Online-Artikel aus den Kieler Nachrichten. 
Quelle: Kieler Nachrichten vom 18.03.2021
Autor: Frank Behling